Was ist ein NAS?
NAS steht für Network Attached Storage — zu Deutsch: netzwerkgebundener Speicher. Im Wesentlichen ist ein NAS ein kleiner Computer, der ausschließlich dafür gebaut wurde, Festplatten zu verwalten und diese über das Heimnetzwerk (oder das Internet) verfügbar zu machen.
Anders als eine externe USB-Festplatte ist ein NAS immer eingeschaltet, immer erreichbar und kann von mehreren Geräten gleichzeitig genutzt werden.
Wofür brauche ich ein NAS?
Ein NAS kann viele Aufgaben übernehmen:
- Zentraler Datenspeicher — alle Fotos, Videos und Dokumente an einem Ort, erreichbar von jedem Gerät im Netzwerk
- Automatisches Backup — Computer, Smartphones und Tablets automatisch sichern
- Medienserver — Filme und Serien streamen (Plex, Jellyfin, Emby)
- Cloud-Ersatz — eigenes Dropbox/Google Drive mit z.B. Nextcloud
- Download-Station — Torrents und Downloads rund um die Uhr laufen lassen
- Docker-Host — eigene Dienste betreiben (Self-Hosting)
NAS vs. externe Festplatte — was ist besser?
| Eigenschaft | NAS | Externe HDD |
|---|---|---|
| Netzwerkzugriff | Ja, immer erreichbar | Nein (USB-Kabel) |
| Mehrere Festplatten | Ja (RAID möglich) | Nein |
| Immer eingeschaltet | Ja | Nein |
| Fernzugriff | Ja | Nein |
| Preis | 150–500 € + Festplatten | 50–150 € |
| Komplexität | Mittel | Keine |
Ein NAS lohnt sich sobald du mehr als eine Festplatte verwalten, automatische Backups einrichten oder von überall auf deine Daten zugreifen möchtest.
RAID — was steckt dahinter?
Viele NAS-Systeme unterstützen RAID (Redundant Array of Independent Disks) — ein Verfahren, bei dem mehrere Festplatten so kombiniert werden, dass beim Ausfall einer Platte keine Daten verloren gehen.
Wichtige RAID-Level:
- RAID 0 — Daten auf zwei Platten aufgeteilt (doppelte Geschwindigkeit, kein Schutz)
- RAID 1 — Spiegelung (zwei Platten, gleicher Inhalt, eine darf ausfallen)
- RAID 5 — Mindestens drei Platten, eine darf ausfallen, gute Balance
Achtung
Welches NAS soll ich kaufen?
Die bekanntesten NAS-Hersteller sind:
- Synology — benutzerfreundliche Oberfläche (DSM), große Auswahl, starkes Ökosystem
- QNAP — mehr Hardware-Optionen, etwas komplexer
- Terramaster — günstigere Alternative
Für Einsteiger empfehle ich Synology — das Betriebssystem DSM ist intuitiv, die App-Auswahl groß und die Community sehr aktiv.
Beliebte Einstiegsmodelle:
- Synology DS223 — 2 Einschübe, ideal für den Start
- Synology DS423+ — 4 Einschübe, mehr Leistung für Docker & Plex
Welche Festplatten für ein NAS?
Nicht jede Festplatte ist für den Dauerbetrieb im NAS geeignet. Empfehlenswert sind NAS-optimierte Festplatten:
- WD Red / Red Plus — sehr verbreitet, zuverlässig
- Seagate IronWolf — ebenfalls weit verbreitet
- Toshiba NAS-N300 — günstigere Alternative
Diese Platten sind auf 24/7-Betrieb, Vibrationen im Mehrplatten-Betrieb und höhere Schreibzyklen ausgelegt.