Container Manager auf der Synology DiskStation – Die ultimative Anleitung

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Container Manager auf der Synology DiskStation – Die ultimative Anleitung

Mit DSM 7.2 hat Synology die bekannte Docker-App durch den neuen Container Manager ersetzt. Wer bereits mit Docker auf dem Synology NAS gearbeitet hat, wird schnell erkennen, dass es sich um eine sinnvolle Erweiterung handelt – der wichtigste neue Punkt: Docker Compose direkt über die Oberfläche.

In dieser Anleitung schauen wir uns alle wichtigen Funktionen im Detail an.

Voraussetzungen: DSM 7.2

Der Container Manager setzt DSM 7.2 oder höher voraus. Das Update kann direkt über das DSM-Kontrollfeld installiert oder manuell heruntergeladen werden:

👉 DSM 7.2 für deinen Synology NAS herunterladen

Achtung

NAS-Empfehlungen mit Docker-Unterstützung:

Ob der Container Manager für deinen NAS verfügbar ist, prüfst du ganz einfach im Paket-Zentrum – suche nach „Docker”:

Container Manager im Paket-Zentrum suchen
Container Manager im Paket-Zentrum suchen

Erscheint das alte Wal-Symbol, muss erst auf DSM 7.2 aktualisiert werden. Erscheint gar kein Ergebnis, unterstützt das Modell Docker nicht.

Container Manager: Oberfläche und neue Funktionen

Neues App-Icon

Das bekannte Docker-Wal-Logo wurde vollständig neu gestaltet – das neue Icon hat keinen Bezug mehr zum Docker-Logo.

Container Manager App-Icon
Neues Icon in DSM 7.2
Container Manager Übersicht
Übersicht mit neuem Menüpunkt Projekt

Neuer Menüpunkt: Projekt

Die wichtigste Neuerung ist der Menüpunkt Projekt im linken Bereich. Darüber lassen sich Docker Compose-Container direkt in der Synology-Oberfläche erstellen und verwalten – ohne Portainer oder den Aufgabenplaner.

Container Manager mit Projekt-Menüpunkt
Container Manager mit Projekt-Menüpunkt

Docker Compose mit dem Container Manager

Was ist Docker Compose?

Eine Docker-Compose-Datei beschreibt alle Einstellungen eines Containers (Image, Ports, Volumes, Restart-Verhalten etc.) in einer einzigen YAML-Datei. Vorteile:

  • Einstellungen sind dokumentiert und reproduzierbar
  • Container lassen sich schnell auf einen neuen Server übertragen
  • Konfiguration ist leicht anpassbar

Neues Compose-Projekt erstellen

Im Menü Projekt auf Erstellen klicken:

Compose Allgemeine Einstellungen
Compose Allgemeine Einstellungen
  • 1 Projektname: Kleingeschrieben, ohne Leerzeichen (z.B. magicmirror)
  • 2 Pfad: Ordner auf dem NAS, z.B. docker/magicmirror — am besten einen docker-Ordner anlegen und darunter je Projekt einen Unterordner
  • 3 Quelle: Vorhandene Compose-Datei hochladen oder direkt erstellen

Compose-Datei im Editor erstellen

Option docker-compose.yml erstellen auswählen → der eingebaute Texteditor öffnet sich:

Compose Editor in der Synology-Oberfläche
Compose Editor in der Synology-Oberfläche

Als Beispiel verwenden wir MagicMirror:

yaml
version: '3'
services:
magicmirror:
  container_name: magicmirror
  image: bastilimbach/docker-magicmirror
  restart: unless-stopped
  volumes:
    - /volume1/docker/magicmirror/config:/opt/magic_mirror/config
    - /volume1/docker/magicmirror/modules:/opt/magic_mirror/modules
  ports:
    - 8585:8080

Erklärung der wichtigsten Parameter:

  • container_name — frei wählbarer Name
  • image — Docker Hub Image-Name, nicht ändern
  • restart: unless-stopped — Container startet automatisch mit Docker, außer er wurde absichtlich gestoppt
  • volumes — Verbindung zwischen NAS-Ordnern und Container-Ordnern (Schnittstelle für Konfigurationsdateien)
  • ports8585:8080 bedeutet: Port 8585 am NAS leitet auf Port 8080 im Container weiter

Achtung

Unterordner für Volumes anlegen
Unterordner config und modules vorher anlegen
Fertige Compose-Datei im Editor
Fertige docker-compose.yml im Editor

Webportal-Einstellungen (optional)

Im nächsten Schritt kann ein Webportal via Web Station eingerichtet werden – z.B. um den Container über eine eigene Domain zu erreichen. Für lokale Container einfach mit Weiter überspringen.

Compose Webportal Einstellungen
Compose Webportal Einstellungen

Zusammenfassung und Start

Im letzten Fenster erscheint eine Zusammenfassung aller Einstellungen. Optional: “Das Projekt starten, nachdem es erstellt wurde” anhaken.

Zusammenfassung vor dem Start
Alle Einstellungen im Überblick
Terminal während der Container-Erstellung
Fortschritt im Terminal verfolgen

Nach Klick auf Fertig öffnet sich ein Terminal. Sobald Exit Code: 0 erscheint, ist der Container erfolgreich gestartet und unter http://IP-des-NAS:8585 erreichbar.

Container-Seite im Browser aufrufen
Container-Seite im Browser aufrufen

Container ohne Compose erstellen

Im Menü Container können Container auch wie in der alten Docker-App über die grafische Oberfläche erstellt werden.

Container erstellen Schaltfläche
Im Menü Container auf Erstellen klicken
Image auswählen
Vorhandenes Image auswählen oder neu herunterladen

Im Einstellungs-Fenster:

  • 1 Image auswählen oder herunterladen
  • 2 Containernamen vergeben
  • 3 Ressourcenbeschränkung aktivieren (optional)
  • 4 Automatischen Neustart aktivieren
  • 5 Webportal via Web Station einrichten (optional)
Container Basis-Einstellungen
Name, Ressourcen und Neustart konfigurieren
Erweiterte Container-Einstellungen
Ports, Volumes und Umgebungsvariablen manuell eintragen

Tipp

Images verwalten

Im Register Image findest du alle heruntergeladenen Images.

Image-Übersicht
Alle Images mit Verwendungsstatus
Image-Details
Details und Schaltflächen zu einem Image
  • Blauer Punkt — Image ist aktuell in einem Container in Verwendung
  • Nicht verwendete Images entfernen — löscht alle ungenutzten Images auf einmal
  • Ausführen — direkt einen neuen Container aus dem Image erstellen
  • Aktion — Images importieren oder exportieren
Image-Info mit allen Schaltflächen
Image-Info mit allen Schaltflächen

Registrierung: Images von Docker Hub suchen

Im Menüpunkt Registrierung können Images von Docker Hub oder anderen Quellen gesucht und heruntergeladen werden.

Registrierung - Images suchen
Images von Docker Hub durchsuchen
Registrierungseinstellungen
Docker Hub, Aliyun Hub oder eigene Registry wählen

Netzwerkeinstellungen

Unter Netzwerk können vorhandene Docker-Netzwerke verwaltet und neue erstellt werden.

Netzwerke verwalten
Netzwerke zu Containern zuweisen
Neues Netzwerk erstellen
Eigenes Bridge- oder Macvlan-Netzwerk anlegen

Protokoll

Unter Protokoll findest du den vollständigen Verlauf aller Docker-Ereignisse. Dieser kann als HTML oder CSV exportiert werden.

Docker-Protokoll mit allen Ereignissen
Docker-Protokoll mit allen Ereignissen

Fazit

Der Container Manager unterscheidet sich nicht grundlegend vom alten Docker-Tool. Die wichtigste Neuerung ist die Docker-Compose-Unterstützung direkt in der Oberfläche – das war bisher nur über Portainer oder den Aufgabenplaner möglich. Für alle, die Docker auf dem Synology NAS nutzen, ist Docker Compose die empfohlene Methode: strukturierter, reproduzierbar und einfach zu migrieren.

Funktioniert der Container Manager auf allen Synology NAS?
Nein. Docker (Container Manager) erfordert ein NAS mit Intel- oder AMD-Prozessor und mindestens 1 GB RAM. ARM-basierte NAS-Modelle (z.B. ältere DS118, DS218j) unterstützen Docker nicht. Im Paket-Zentrum nach Docker suchen – wenn nichts erscheint, ist das Modell nicht kompatibel.
Was ist der Unterschied zwischen Container Manager und der alten Docker-App?
Der Container Manager ist die Weiterentwicklung der Docker-App in DSM 7.2. Die wichtigste Neuerung ist der Menüpunkt Projekt, über den Docker-Compose-Dateien direkt in der Oberfläche erstellt und verwaltet werden können.
Muss ich Portainer noch installieren?
Nein, für die meisten Anwendungsfälle reicht der Container Manager vollständig aus. Portainer bietet einige erweiterte Funktionen (z.B. Stacks, Teams, detailliertere Logs), ist aber für Heimanwender nicht zwingend notwendig.
Was passiert mit meinen vorhandenen Docker-Containern nach dem Update auf DSM 7.2?
Bestehende Container bleiben erhalten und laufen weiter. Der Container Manager übernimmt alle vorhandenen Images, Container und Einstellungen der alten Docker-App.
Kann ich Docker-Compose-Dateien aus dem Internet direkt verwenden?
Ja. Unter Projekt → Erstellen → Quelle kannst du eine vorhandene docker-compose.yml hochladen oder den Inhalt direkt in den Editor kopieren. Achte auf die Volume-Pfade – diese müssen auf deine NAS-Ordnerstruktur angepasst werden.

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