Tutorial elektronik smart mirror Smart Mirror mit dem Raspberry Pi – Teil 1

Smart Mirror mit dem Raspberry Pi bauen – Teil 1: Hardware

Teilen:
Smart Mirror mit dem Raspberry Pi bauen – Teil 1: Hardware

In dieser dreiteiligen Anleitung zeige ich dir, wie du deinen eigenen smarten Spiegel (Smart Mirror) mit einem Raspberry Pi baust. Im ersten Teil kümmern wir uns um die gesamte Hardware – von Bilderrahmen und halbdurchlässigem Spiegel bis hin zu Display-Montage und Verkabelung.

Die Serie auf einen Blick:

  • Teil 1 (dieser Artikel): Hardware — Rahmen, Spiegel, Display, Montage
  • Teil 2: Software — MagicMirror² installieren & konfigurieren
  • Teil 3: Module — Zusatzmodule installieren & Fehler beheben

Hinweis

So sieht das fertige Ergebnis aus

Der fertige Smart Mirror lässt sich sowohl im Hoch- als auch im Querformat verwenden – das lässt sich später einfach in der Konfigurationsdatei umstellen.

Smart Mirror fertig – digitalewelt.at
Smart Mirror fertig – digitalewelt.at

Benötigte Materialien

Display, Rahmen und Spiegel

Display und Controller Übersicht
Laptop-Ersatzdisplay mit Controller
Bilderrahmen
Schwarzer Bilderrahmen 30×40 cm
ProduktEmpfehlung
Display (17 Zoll Laptop-Ersatzdisplay)Bei Amazon ansehen
Display Controller (kompatibel zum Display)Bei Amazon ansehen
Netzteil für Display Controller (12V)Bei Amazon ansehen
Bilderrahmen (30×40 cm, tiefe Ausführung)Bei Amazon ansehen
Halbdurchlässiger Spiegel (Chrome Spy)brigla-shop.de
Spiegelfolie (günstige Alternative, schlechtere Qualität)Bei Amazon ansehen
HDMI Kabel kurz (Pi im Rahmen)Bei Amazon ansehen
HDMI Kabel lang (Pi außerhalb)Bei Amazon ansehen

Display, Rahmen & Spiegel (Affiliate-Links)

Raspberry Pi und Zubehör

Raspberry Pi 3
Raspberry Pi 3 (empfohlen)
Befestigungswinkel aus Metall
Alternativ zu 3D-gedruckten Winkeln
ProduktEmpfehlung
Raspberry Pi 3 (empfohlen wegen Temperatur)Bei Amazon ansehen
Raspberry Pi 4 (Alternative)Bei Amazon ansehen
Micro SD-Karte (min. 16 GB)Bei Amazon ansehen
Netzteil für Raspberry PiBei Amazon ansehen
Befestigungswinkel (wenn kein 3D-Drucker)Bei Amazon ansehen

Raspberry Pi & Zubehör (Affiliate-Links)

Tipp

Schritt 1: Der Bilderrahmen

Für den Smart Mirror habe ich einen schwarzen Bilderrahmen in 30×40 cm gewählt. Der Rahmen muss groß genug für das Display sein, aber auch eine ausreichende Tiefe haben, um dahinter Display, Controller und Kabel unterbringen zu können.

Bilderrahmen 30×40 cm
Bilderrahmen 30×40 cm
Bilderrahmen Rückseite
Rückseite des Rahmens
Bilderrahmen Tiefe prüfen
Die Tiefe muss für die Elektronik ausreichen

Als erstes entfernst du die schwarzen Metallstifte auf der Rückseite, die den Rahmeninhalt fixiert haben.

Schwarze Metallstifte entfernen
Metallstifte herausziehen
Rahmen ausleeren
Holzplatte aufheben – sie wird später gebraucht

Schritt 2: Der halbdurchlässige Spiegel

Das Herzstück des Smart Mirror ist kein gewöhnlicher Spiegel, sondern ein halbdurchlässiger Spiegel (auch Polizei- oder Spionspiegel genannt). Er reflektiert von vorne Licht wie ein normaler Spiegel, lässt aber von der Rückseite Licht durch – genau den Effekt, den wir für das Display benötigen.

Halbdurchlässiger Spion-Spiegel
Spionspiegel von vorne
Spiegel-Effekt Demonstration
Von hinten sieht man den Durchlicht-Effekt

Ich habe beim Anbieter Brigla bestellt, der auch ein Musterset verschiedener Spiegelstärken und -varianten anbietet. Beim Musterset liegt ein 10-Euro-Gutschein bei, den du für die eigentliche Bestellung einlösen kannst.

Spiegel Musterset von Brigla
Musterset zum Ausprobieren
Chrome Spy 4mm Glas
Chrome Spy 4mm – meine Wahl

Lege den Spiegel nun in den Bilderrahmen ein.

Spiegel im Bilderrahmen
Spiegel im Bilderrahmen

Achtung

Schritt 3: Das Display

Als Display kannst du einen alten Monitor zerlegen oder – wie ich – ein Laptop-Ersatzdisplay kaufen. Diese haben den Vorteil, dass der passende Controller sehr kompakt ist und nur eine 12V-Stromversorgung benötigt.

Display
Display

Im Lieferumfang des Controllers befinden sich:

  • Controller-Platine (HDMI-Eingang + Netzteilanschluss)
  • Taster-Platine (für Displayeinstellungen)
  • Infrarot-Empfänger + Fernbedienung ← sehr praktisch!
Display Controller
Controller-Platine mit HDMI und Netzteil
Display Controller Anschlüsse
Alle Anschlüsse im Überblick

Die IR-Fernbedienung ist ein tolles Feature: Du kannst damit die Displayhelligkeit und andere Einstellungen anpassen, ohne Taster von außen zugänglich machen zu müssen.

Achtung

Schritt 4: Schwarzer Papierrahmen

Da das Display den Bilderrahmen nicht vollflächig ausfüllt, muss der Bereich drum herum möglichst dunkel sein – sonst leidet die Spiegelwirkung. Schneide dafür schwarzes Papier oder schwarze Pappe zurecht und klebe es so ein, dass auch der silberne Displayrand verdeckt wird.

Schwarzer Papierrahmen zugeschnitten
Papier passend zuschneiden
Schwarzer Papierrahmen aufgeklebt
Fixiert und verklebt – Displayrand verdeckt

Entferne die Schutzfolie des Displays, sobald du sicher bist, dass der Spiegel sauber ist – danach ist kein einfaches Reinigen mehr möglich.

Display Schutzfolie entfernen
Display Schutzfolie entfernen

Lege das Display nun in den Rahmen.

Display in den Bilderrahmen einlegen
Display in den Bilderrahmen einlegen

Schritt 5: Display fixieren

Damit Display und Spiegel nicht verrutschen, verwenden wir die früher herausgenommene Holzplatte des Bilderrahmens. Schnitze oder säge sie so zu, dass du die freien Flächen links und rechts neben dem Display auffüllen kannst.

Holzplatte des Bilderrahmens
Holzplatte des Bilderrahmens

Da die Holzplatte sehr dünn ist, kannst du links und rechts jeweils zwei Lagen übereinander legen.

Holzleisten vorbereiten
Aus der Rückplatte zugeschnittene Leisten
Holzleisten zur Fixierung eingelegt
Links und rechts je zwei Lagen

Auch oben und unten kommen schmale Streifen rein, da der Rahmen minimal höher als das Display ist.

Holzleisten oben und unten
Holzleisten oben und unten

Alles wird mit 90-Grad-Befestigungswinkeln gesichert. Ich habe mir diese mit dem 3D-Drucker gedruckt, du kannst aber auch fertige kaufen.

3D-gedruckte Befestigungswinkel
Selbst gedruckte 90°-Winkel
Befestigungswinkel oben und unten montiert
Oben und unten fixiert
Display fixiert
Display fixiert

Schritt 6: Taster und IR-Sensor befestigen

Für die seitliche Montage von Taster-Platine und Infrarot-Sensor habe ich spezielle Winkel mit Gewindeeinsätzen gedruckt.

Befestigungswinkel für Taster und IR-Sensor
Spezialwinkel mit Gewindeeinsätzen
Taster und IR-Sensor im Rahmen montiert
Seitlich im Rahmen befestigt

Kein 3D-Drucker? Befestige die Platinen einfach mit etwas Heißkleber an den Holzleisten.

Schritt 7: Display Controller montieren

Auch der Display Controller muss hinter dem Spiegel befestigt werden.

Halterung für Display Controller
3D-gedruckte Controller-Halterung
Controller Halterung von unten
Von unten gesehen

Alternative ohne 3D-Drucker: Eine Schraube mit Kleber auf der Holzleiste befestigen und die Platine mit Muttern fixieren.

Alternative Befestigung mit Schraube
Schraube aufgeklebt
Controller mit Schraube und Mutter fixiert
Platine mit Muttern gesichert

Warnung

Jetzt alles verkabeln: Controller mit Taster-Platine, IR-Sensor und Display verbinden.

Display Controller verkabeln
Kabel anschließen
Display Controller vollständig angeschlossen
Alles verbunden

Schritt 8: Raspberry Pi positionieren

Du hast zwei Möglichkeiten für den Raspberry Pi:

Variante 1: Pi im Bilderrahmen hinter dem Spiegel montieren → kompakter, aber mehr Wärme im Rahmen.

Variante 2: Pi außerhalb des Rahmens lassen, nur das HDMI-Kabel führt durch → bessere Kühlung, einfacherer Zugang zu USB-Ports.

Variante 1: Raspberry Pi im Rahmen
Variante 1 – Pi hinter dem Spiegel
Variante 2: Raspberry Pi außerhalb
Variante 2 – Pi außerhalb (empfohlen)

Ich habe mich für Variante 2 entschieden: Der Pi bleibt außerhalb des Rahmens. So komme ich leichter an die USB-Ports und habe eine Wärmequelle weniger hinter dem Spiegel.

Je nach Variante benötigst du ein kurzes oder langes HDMI-Kabel.

Schritt 9: Abstand zur Wand

Beim Aufhängen des Rahmens muss genug Abstand zur Wand bestehen, damit die Wärme hinter dem Rahmen entweichen kann. Klebe dafür dicke Gummipuffer auf die Rückseite oder drucke dir Abstandhalter mit dem 3D-Drucker.

Gummipuffer als Abstandhalter
Gummipuffer auf die Rückseite kleben
Spiegel hängt mit Abstand zur Wand
Genug Luft für die Wärmeabfuhr

Damit ist die Hardware des Smart Mirrors fertig!

Video zur Anleitung

Weiter zu Teil 2

Im nächsten Teil installieren wir die Software MagicMirror², nehmen alle Grundeinstellungen vor und richten erste Module ein.

👉 Zum Teil 2: Software installieren

Welchen Raspberry Pi brauche ich für den Smart Mirror?
Der Raspberry Pi 3 ist empfohlen, da er weniger Wärme erzeugt als der Pi 4. Im geschlossenen Rahmen ist Temperaturmanagement wichtig. Der Pi 4 funktioniert ebenfalls, sollte dann aber außerhalb des Rahmens montiert werden.
Was ist ein halbdurchlässiger Spiegel?
Ein halbdurchlässiger Spiegel (auch Spion- oder Polizeispiegel) reflektiert von vorne Licht wie ein normaler Spiegel, lässt aber von der Rückseite Licht durch. Dieser Effekt ermöglicht es, den Display durch den Spiegel hindurch sichtbar zu machen.
Kann ich eine günstige Spiegelfolie verwenden?
Ja, das ist möglich, liefert aber deutlich schlechtere Ergebnisse. Das Spiegelbild ist ungleichmäßig und das Display wirkt milchig. Für ein professionelles Ergebnis empfehle ich das echte Spionspiegelglas von Brigla.
Wie groß sollte der Bilderrahmen sein?
Der Rahmen sollte nur etwas größer als dein Display sein, um ungenutzte Fläche zu minimieren. Wichtiger ist die Tiefe: Der Rahmen muss tief genug sein, um Display, Controller und Kabel unterzubringen.
Brauche ich einen 3D-Drucker?
Nein. Die Befestigungswinkel und Halterungen lassen sich mit Heißkleber, Schrauben und Muttern oder gekauften Winkeln ersetzen. Ein 3D-Drucker macht die Montage eleganter, ist aber keine Voraussetzung.
Was kostet ein Smart Mirror zum Selberbauen?
Die Gesamtkosten liegen je nach Display und Spiegel zwischen 100 und 200 Euro. Größte Kostenpunkte sind Display (ca. 40–60 €), Spiegel (ca. 30–50 €) und Bilderrahmen (ca. 20–30 €). Der Raspberry Pi ist oft schon vorhanden.

Hat dir der Artikel gefallen? Teile ihn!