Raspberry Pi CPU-Temperatur auslesen und aufzeichnen

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Raspberry Pi CPU-Temperatur auslesen und aufzeichnen

Wer seinen Raspberry Pi 24 Stunden am Tag betreibt – vielleicht sogar im Gehäuse oder im Außenbereich – sollte die CPU-Temperatur im Blick behalten. Zu hohe Temperaturen führen zu Throttling und verkürzter Lebensdauer. In dieser Anleitung zeige ich drei Methoden: Konsolen-Abfrage, Taskleisten-Anzeige und Langzeit-Aufzeichnung mit Auswertung.

Das Temperatur-Warnsymbol

Vielleicht hast du dieses Symbol schon einmal in der Raspberry Pi Desktop-Oberfläche gesehen:

Raspberry Pi Temperatur-Warnung
Raspberry Pi Temperatur-Warnung

Das bedeutet: Der Pi überhitzt oder das Gehäuse ist zu schlecht belüftet. Besonders das offizielle Raspberry Pi-Gehäuse hat kaum Belüftung und ist für Dauerbetrieb meist nicht geeignet.

Tipp

Dieses Warnsymbol siehst du nur mit angeschlossenem Monitor. Bei reinem SSH-Betrieb bleibt die Warnung unsichtbar – daher ist regelmäßiges Monitoring besonders wichtig.

Methode 1: CPU-Temperatur per Konsole auslesen

Die schnellste Methode: per SSH oder in der Konsole.

GPU-Temperatur (GPU = CPU beim Pi)

bash
vcgencmd measure_temp
Ausgabe GPU-Temperatur in der Konsole
Ausgabe GPU-Temperatur in der Konsole

Hinweis

Reine CPU-Temperatur

bash
echo temp=$((`cat /sys/class/thermal/thermal_zone0/temp`/1000)).0\'C
CPU-Temperatur aus thermal_zone0
CPU-Temperatur aus thermal_zone0

Automatisch alle 5 Sekunden aktualisieren

Mit watch -n5 vor dem Befehl wird die Anzeige alle 5 Sekunden automatisch aktualisiert:

bash
watch -n5 vcgencmd measure_temp
GPU-Temperatur alle 5 Sekunden aktualisieren
GPU-Temperatur alle 5 Sekunden aktualisieren

Methode 2: CPU-Temperatur in der Taskleiste anzeigen

Wer die Desktop-Oberfläche von Raspberry Pi OS nutzt, kann die Temperatur dauerhaft in der Taskleiste einblenden.

Schritt 1: Rechtsklick auf die Taskleiste → Leisteneinträge hinzufügen / entfernen

Schritt 2: Auf Hinzufügen klicken → CPU Temperatur Monitor auswählen → Hinzufügen

Taskleisteneintrag hinzufügen
Taskleisteneintrag hinzufügen

Die Temperatur erscheint jetzt oben rechts in der Taskleiste. Position und Grenzwerte lassen sich in den Einstellungen anpassen:

CPU-Temperatur Taskleiste Position ändern
Position per Hoch/Runter verschieben
CPU-Temperatur Taskleiste Einstellungen
Farben und Grenzwerte anpassen

Methode 3: CPU-Temperatur langfristig aufzeichnen

Für Dauertests, Gehäuse-Vergleiche oder Außenbereich-Projekte eignet sich ein Shell-Script, das Messwerte über einen längeren Zeitraum aufzeichnet und als CSV exportiert.

Ich habe dafür ein kostenloses Script auf GitHub veröffentlicht:

👉 github.com/digitalewelt/RPi-CPU-Temp-Tool

Download per Browser

Lade das Script als ZIP-Datei von GitHub herunter:

ZIP-Download von GitHub
ZIP-Download von GitHub

Download per Konsole (empfohlen)

Direkt auf dem Pi mit git clone herunterladen:

bash
git clone https://github.com/digitalewelt/RPi-CPU-Temp-Tool.git

Anschließend das Script aus dem Unterordner ins Benutzerverzeichnis verschieben:

bash
mv ./RPi-CPU-Temp-Tool/cpu-temp.sh ./
git clone und Datei verschieben
git clone und Datei verschieben

Script ausführbar machen

bash
sudo chmod +x cpu-temp.sh

Dieser Befehl gibt keine Bestätigung zurück – das ist normal.

Script starten

bash
./cpu-temp.sh

Das Script fragt zuerst nach dem Messintervall in Sekunden, dann nach der Anzahl der Messungen:

Messwerte eingeben
Intervall und Anzahl festlegen
Messung läuft
Messung läuft – Fortschritt wird angezeigt

Bei 60 Messungen alle 10 Sekunden dauert die Aufzeichnung 10 Minuten.

Ergebnis auswerten

Nach der Messung findest du eine CSV-Datei im Benutzerverzeichnis. Diese lässt sich in Excel oder LibreOffice Calc als Diagramm visualisieren:

CSV-Datei mit Messwerten
Messwerte in der CSV-Datei
Excel-Diagramm der CPU-Temperatur
Auswertung als Excel-Diagramm

Gehäuse im Temperatur-Vergleich

Mit diesem Tool lassen sich verschiedene Gehäuse und Kühlkonzepte direkt vergleichen. Ich habe zum Beispiel bei Filmwiedergabe das offizielle Gehäuse gegen ein lüfterloses Alugehäuse getestet – die Unterschiede sind erheblich.

GehäuseTypLink
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Was ist eine normale CPU-Temperatur beim Raspberry Pi?
Unter 60 °C ist ideal. Zwischen 60–80 °C ist noch akzeptabel, der Pi drosselt aber ab ca. 80 °C die CPU-Frequenz (Throttling). Über 85 °C schaltet er sich zum Schutz ab.
Was ist der Unterschied zwischen vcgencmd und thermal_zone0?
vcgencmd measure_temp gibt die GPU-Temperatur aus. Da GPU und CPU beim Raspberry Pi denselben Chip teilen, ist der Wert praktisch identisch. thermal_zone0 gibt die reine CPU-Kerntemperatur aus – beide Werte liegen sehr nahe beieinander.
Warum throttelt mein Raspberry Pi obwohl er nicht heiß ist?
Throttling kann auch durch eine schwache Stromversorgung ausgelöst werden (Under-Voltage). Prüfe mit vcgencmd get_throttled – ein Wert ungleich 0x0 zeigt an, dass gedrosselt wurde oder wird.
Welches Gehäuse empfiehlst du für den Dauerbetrieb?
Lüfterlose Alugehäuse sind ideal: Sie nutzen das gesamte Metallgehäuse als Kühlkörper und sind wartungsfrei. Für sehr lastintensive Projekte (z.B. Plex-Server) ist ein Gehäuse mit aktivem Lüfter empfehlenswert.
Kann ich das Tool auch im Hintergrund laufen lassen?
Ja, mit nohup ./cpu-temp.sh & läuft das Script im Hintergrund weiter, auch wenn du die SSH-Verbindung trennst.

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